CHRONIK

Des Ortes (Dorfes) Katzelsdorf laut Pfarrchronik und Schriftführern seit (1693)

1 6 9 3 Pfarre Katzelsdorf vor 1693 Pfarrfiliale der Pfarre Feldsberg

Geschichte

Katzelsdorf wurde 1050 erstmals urkundlich erwähnt, 1393 sind Ankäufe Johann I., Herr zu Nikolsburg und Feldsberg in „Kätzelsdorf“ dokumentiert. 1683 wurde Katzelsdorf zur eigenen Pfarre, nachdem es vorher Teil der Pfarre Feldsberg (Valtice) gewesen war.

1393 machte Johann I. v. Liechtenstein wieder verschiedene Ankäufe in Kätzelsdorf von Rudolf und Ludwig von Tyma, wofür er die Belehnung des Herzogs (Albrecht III. Anm. Huysza) erhielt. (Falke L S. 363).
1570 bei der Teilung erhält Johann Septimius v. Liechtenstein Herrenbaumgarten, Schrattenberg und Katzelsdorf. (Wilhelm-Stammtafel T4 XII-20 und Falke II. S. 88 und 121 - hier geschrieben Ketzelsdorf).
1590 laut Bereitungsbuch - Die Herren von Liechtenstein haben die Ortsobrigkeit und die überwiegende Grundherrschaft. In Katzelsdorf besitzen sie 74 von 75 Häusern. (Ingeborg Bogner - Die liecht. Herrsch.S.46).
Käzltorf - Ortsobrigkeit : Herr Johanneß Septimius v. Liechtenstein. Weiters noch Grundbesitz - Hannß Bernhardt Fünfkircher gen Steinebrunn. (Ingeborg Bogner: Seite 128).
1795 laut Topographischen Landschematismus ist Katzelsdorf im Besitz der Liechtensteiner. Diese haben die Ortsobrigkeit und die alleinige Grundherrschaft. Die Liechtensteinische Herrschaft Feldsberg übte das Landgericht aus. (Ingeborg Bogner: Die Liechtenst. Herrsch.S.50, 134, 135).
1822 nach dem Topographischen Landschematismus besitzen die Liechtenstein die Ortsobrigkeit und die ausschließliche Grundobrigkeit. Zugehörig zur Herrschaft Feldsberg, die auch mit Delegation der Herrschaft Rabensburg das Landgericht besaß. (Ingeborg Bogner: Die Liechtenst. Herrsch. S. 55, 128, 136).

Nahe dem Katzelsdorfer Wald, am Weg zwischen Feldsberg und Katzelsdorf, wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch Johann II. von Liechtenstein das Jagdschloss Katzelsdorf erbaut, dass aber in der Zeit des Kalten Krieges beim Bau des Eisernen Vorhanges in den 1950er Jahren weggerissen wurde.[1] 1864 gingen bei einem großen Brand 108 Gebäude in Flammen auf, und 1869 wurden 21 Häuser vom Feuer zerstört. Im gleichen Jahr wurden bei Unwettern Felder und Scheunen überschwemmt, Ernten zerstört und Vieh getötet.

Nach dem Vertrag von Saint Germain nach dem Ersten Weltkrieg fielen Teile der Gemeinde, insbesondere der Katzelsdorfer Wald an die Tschechoslowakei, obwohl die Gemeinde wie die Nachbargemeinde Feldsberg immer zu Niederösterreich gehört hatte.

1927 wurde das Gasthaus neu gebaut, die Ortsstraße gepflastert und der Feldweg nach Schrattenberg zur Straße hin befestigt. 1949 wurde Katzelsdorf mit elektrischem Strom versorgt.

1971 wurden die Gemeinden Bernhardsthal, Katzelsdorf und Reintal zur Großgemeinde Bernhardsthal zusammengeschlossen.

Am 21. Dezember 2007 wurde durch das Schengener Abkommen die Grenze zu Tschechien geöffnet und der Grenzbalken, der die seit 1918 bestehende Grenze zur Tschechoslowakei markiert hatte und nach 1945 Teil des hermetisch abgeriegelten Eisernen Vorhangs war, entfernt. Die Grenze zu Tschechien kann seither an jeder Stelle ohne Grenzkontrolle überschritten werden.

Pfarrkirche zum Hl. Bartholomäus

Die Kirche in Katzelsdorf
1905 im Jahre nach den Plänen des Architekten Karl Weinbrenner begonnen und 1908 vollendet wurde. (Oberverwalter Franz Skala, Baumeister Ferd. Rossak, Bauleiter Schebesta. Tischlerarbeiten von Meister Rechberg aus Eisgrub. Mächtiger 58 m hoher Turm, laut Festschrift der Pfarre Katzelsdorf 1693-1993 S. 17 - Turmhöhe 47m)
Eine Zierde der Fassade bildet die vom Bildhauer J. Beyer aus gelblichweißen Sandstein gearbeitete, schlanke Figur des segnenden Heilandes. Die Wappen zu den beiden Seiten, der Baldachin über der Christusstatue, die Umfassung des Radfensters wurden aus herrlichem, feinkörnigem schlesischen Sandstein gebildet.
Der Innenraum des Gotteshauses wurde mit schönen ornamentalen Wandmalereien versehen, der Boden mit stilgerechten Fliesen belegt. Den schönsten Schmuck der Kirche aber bilden die farbenprächtigen, herrlich komponierten Glasgemälde. Die geschmackvolle Einrichtung der Kirche, besonders die schönen Altäre, die mit den Symbolen der vier Evangelisten geschmückte Kanzel, das Speisegitter, dessen zierliches, bemaltes Schmiedewerk von einer Steinumrahmung eingefasst erscheint, erhöhen den Gesamteindruck des Innenraumes.
Für alle Zeiten wird die herrliche, hoch über dem Dorfe liegende Kirche die Erinnerung an das fünfzigjährige Regierungsjubiläum des Fürsten, der mit großen Mitteln den Bau errichtet hat, der mit regem Interesse jede Phase desselben wahrnahm und während der Ausführung mit dem ihm eigenen Kunstverständnis noch manche glückliche Änderungen in den Details vornehmen ließ, festhalten. Große Anerkennung gebührt aber auch dem bewährten Architekten, der, ausgerüstet mit einem hoch entwickelten Formen- und Farbensinn, dieses schöne Werk schuf, welches wohl das schönste unter seinen zahlreichen Kirchenbauten ist.
Das Gotteshaus ist deshalb so prunkvoll, weil der damalige Seelsorger Anton Krejcir, er war auch Kooperator in Wilfersdorf, ein Studienfreund des Fürsten war und dieser vom Fürstenzimmer aus auch des Öfteren einer Messfeier in Katzelsdorf beiwohnte. Für den Bau der Kirche waren die fürstlichen Künstler und Handwerker „eingespannt worden”, denn die Liechtenstein'schen Grundherren waren dafür bekannt, auf künstlerischem Gebiet dem Kaiserhof in Wien gern um eine Nasenlänge voraus zu sein. (Wiener Kirchenzeitung v. 26. September 1993).

Der auf dem Kirchhügel im Nordosten des Ortes gelegene späthistoristische Backsteinbau wurde 1905 bis 1908 anlässlich des 50jährigen Regierungsjubiläums von Fürst Johann II. von Liechtenstein durch Architekt Karl Weinbrenner in neoromanischem und neugotischem Stil unter Ablösung von Presshäusern und Gartenflächen erbaut.

Die Kirche besteht aus einem hohen, einschiffigen und vierjochigen Langhaus mit tonnengewölbten Seitenkapellen, einem niedrigen Querschiff, einem polygonalen Chor und einer Orgelempore. Der 47 m hohe quadratische Turm mit angebautem Treppenturm im südlichen Chorwinkel ist mit spitzbogigen Schallfenstern versehen und trägt einen Spitzhelm. Der steinerne Hochaltar wurde 1971 vergoldet. An der Kanzel befinden sich Reliefs der Evangelistensymbole. Am Chor befindet sich ein um 1920 entstandenes Kriegerdenkmal. Im Osten der Kirche schließt sich ein ummauerter Friedhof an. Ein mehrläufiger Treppenaufgang führt vom Ort zur Kirche hinauf.

1978 wurde der Platz um die Kirche gepflastert, 1989 wurden die Blitzschutzanlage erneuert und die Blechteile des Kirchendachs gestrichen. 1991 wurde das Glockengeläute elektrifiziert. 1991 bis 1992 fand eine Innenrenovierung, 2008 die Außensanierung der Kirche statt.

Der Kirchenpark in Katzelsdorf
Vor der neuen Katzelsdorfer Pfarrkirche wurde eine hübsche Parkanlage geschaffen. In derselben wurden 16 Bildstöcke mit massivem Steinsockel und zierlichen, mit grün glasierten Ziegeln gedeckten Dächern aufgestellt, dieselben enthalten die Stationen des Rosenkranzes, die einst in den Nischen der die alte Kirche umfassenden Mauer untergebracht waren. (Fürst Johann II. v. L. u. d. Bildende Kunst S.349, 350).
1965/66 Renovierung des Kirchenparks und der Rosenkranzstationen . Einige Sammlungen erbrachten 45.000 S. Die 16 Bilder malte Herr Koch aus Großkrut für 16.000 S. (Festschrift der Pfarre Katzelsdorf 1693-1993 S. 20).
Wiener Kirchenzeitung v. 10. Oktober 1993:... Im Park .... stehen 3 x 5 Rosenkranzstationen, bei denen sich die Gläubigen im Mai und Oktober regelmäßig zu Gebetsstunden treffen. Von besonderen, alten Liedern begleitet ziehen die Katzelsdorfer dabei von Station zu Station. - Auch als die Bilder in den letzten Jahren schon völlig verrostet waren, beteten die Katzelsdorfer weiter bei diesen, denn sie wussten ja wie die Szene ausgesehen hatten. (Wiener Kirchenzeitung siehe oben).
Interessant ist auch der Kirchenpark selbst: Viele seltene Bäume sind hier zu sehen. Die Fürst Liechtenstein'sche Schlossgärtnerei von Eisgrub sorgte in der Monarchie für die Ausgestaltung der Anlage. So gibt es in Katzelsdorf auch einen Mammutbaum, welcher mehrere hundert Jahre alt und riesig werden kann. (Wiener Kirchenzeitung v. 10. Oktober 1993).

Der Friedhof in Katzelsdorf
1905 - 1908 Zu gleicher Zeit - mit dem Bau der Pfarrkirche, erhielt auch der neben der Kirche gelegene Ortsfriedhof durch den Fürsten Johannes II. von Liechtenstein ein neues, schlichtes, der ländlichen Umgebung vorzüglich angepasstes Portal, für welches ein älteres Barocktor in Verwendung kam. (Fürst Johann II. v. Liechtenstein und die Bildende Kunst v. Karl Höß S. 298 bis 300).

Pfarrhof

Der Pfarrhof wurde 1905 bis 1908 gänzlich umgestaltet und durch Aufsetzung eines Stockwerkes bedeutend vergrößert. Über den mit den alten, schlichten schmiedeeisernen Gittern versehenen Fenstern des Erdgeschoßes wurden zierliche Lorbeerkränze und -gewinde aus Stuck angebracht, der schön geschwungene Giebel des ersten Stockes erhielt ein Stukkorelief, Maria mit dem Kinde. Das ganze Gebäude mit den hell verputzten Mauerflächen, den grünen Jalousien, dem hellroten Walmdach, dem von einem hübschen Lattenzaun eingefriedeten Vorgärtchen und dem kleinen Glockentürmchen zur Rechten desselben gleicht einer lieblichen Idylle aus der Zeit unserer Großväter. Auch die Hofseite wurde vom Architekten (Karl Weinbrenner) nicht vernachlässigt, indem er hier dem Baue eine kleine, offene Vorhalle und das mit einer Kuppel gekrönte Stiegenhaus vorlagerte. (Fürst Johann II. v. L. u. d. Bildende Kunst S. 350).
Für Kirche und Pfarrhof war der Fürst von Liechtenstein bis 31.12.1968 als Patronatsherr zuständig. (Schreiben der Gutsverwaltung vom 23.7.1970. Archiv Huysza).
1929 Verpflichtung - Gut Feldsberg, österr. Teil.
Pfarre Katzelsdorf. 6,15 hl = 467 kg Weizen, 6,15 hl = 418 kg Korn, 6,15 hl = 277 kg Hafer, 14,25 Rm hartes Scheitholz, 14,25 Rm weiches Scheitholz.
Bauvorhaben in Katzelsdorf 1905 bis 1908
Gleichzeitig (mit dem Kirchenbau) wurde auch der Pfarrhof aufgestockt, das Kirchengassel ausgebaut, der Kirchensteig angelegt. Der Park angelegt. (Festschrift der Pfarre Katzelsdorf 1693-1993 S. 17).
... Der bedeutendste Kunstmäzen dieser Zeit war der Fürst Johann II. von Liechtenstein (1840-1929), ein Fachmann auf dem Gebiete der Baukunst, der in dem Architekten Karl Weinbrenner, einem Schüler des Wiener Dombaumeister Friedrich von Schmidt, einen Mann fand, der seine Pläne in die Tat umsetzte-, denn er baute die Kirchen in Unter Themenau, Katzelsdorf, Dobermannsdorf und Bullendorf, die Spitalkirche in Mistelbach und die Schule in Nieder-Absdorf.
1910 ging Weinbrenner nach Prag, wo er als Professor an der deutschen Technik wirkte.
(„Das Bauhandwerk” v. Franz Thiel im Heimatk. Beiblatt zum Amtsblatt der BH Mistelbach,
Nr. 4, April 1957, S 13).

Originaltext aus der Chronik:

- man vermutet Pfarre der versunkenen Stadt Hameth ??), die näher als Feldsberg, selbst ü b e r eine Stunde W eg weit entlegen; der Weg, den man dahin nehmen muß, über eine ANHÖHE, die beinahe ganz den ZWISCHENRAUM der beiden 0RTSCHAFTEN ausfüllt, und durch SCHLUCHTEN und HOHLWEGE, die an beiden ABHÄNGEN s ü d- und n o r d-west sich hinziehen, und in der s c h l i m m e n Jahreszeit, und bei j e d w e d e r
s c h 1 e c h t e n Witterung, durch au f g eh ä u f t e n Schnee, durch GLATTEIS oder a b f 1 i e ß e n d e r Gewässer und dergleichen, ein HINDERNIS entgegensetzen, wo es einen o r d e n t 1 i c h e n KAMPF braucht, um sich f o r t z u b r i n g e n, und da den weit-läufigen RÜCKEN der AHÖHE zu ersteigen, und dort dann wieder herabzukommen.----- war ein UMSTAND, der schon allein den WUNSCH der GEMEINDE rechtfertigen konnte.
,,Übrigens will ich mich nicht in die Untersuchung einlassen, ob nicht in noch früheren Zeiten und von ANBEGINN KATZELSDORF = (zirka um 1250 ) , etwa zu einer viel näheren und bequemen zugänglichen PFARRE gehört haben möge.
Steinerne SÄULE 1296 (1290) ? [diese steht heute am Hauptplatz des Ortes]- Entstehung des ~ (Dorfes)? So war der 0RT (das Dorf) zur Zeit der PFARRBERRICHTUNG (1695) doch bereits ü b e r 400 Jahre alt.

Entstehung der Kirche und den dazugehörigen Gebäuden

1905 - 1908 erbaute Fürst Johann II. v. Liechtenstein die heutige Kirche, die dem Hl. Bartholomäus geweiht ist. (Pfarrer war Anton Krejcier). Auch der Pfarrhof wurde neu erbaut. Notkirche war der Pfarrstadl - jetzt steht dort das Lagerhaus.

Originalbild der Bauarbeiten Bauphase Info

Unter dem Architekten Karl Weinbrenner, Oberverwalter Franz Skala, Baumeister Ferdinand Rossak, Bauleiter Schebesta. Tischlerarbeiten von Meister Rechberg aus Eisgrub. Presshäuser wurden aufgekauft und eingeebnet, Gartenflächen abgelöst.

Am 27.9.1908 wurde die Kirche eingeweiht. (Weihbischof Gottfried Marschall).

Turmhöhe 47 Meter.Zur gleichen zeit wurde der Friedhof erweitert und schön gestaltet. Der Pfarrhof aufgestockt, das Kirchengassl ausgebaut, der Kirchensteig und der park angelegt

Originalplan der Kirche Bauplan

Bürgermeister war seit 1904 Georg Griesmacher.

Originalfoto der Turmweihe Turmweihe

Am 11.05.1927 starb Pfarrer Krejcier, 84 jährig. Er wurde in der Priestergruft, die er gestiftet hatte, begraben.

Ihm verdankt Katzelsdorf die wunderschöne Kirche.

1927 Neubau des Gasthauses und Pflasterung der Ortsstraße. Auch der Feldweg nach Schrattenberg wurde zur Straße befestigt.

13.3.1938 Hitler besetzte Österreich - Ostmark.3 Glocken mußten abgeliefert werden, nur das Sterbeglöckchen blieb.

1944 Fast täglich überfliegen Hunderte feindl. Flugzeuge unser Gebiet.

(Ziel: Wien - Industriegebiet).

1947: 16.11. Glockenweihe durch Kardinal Innitzer. § Bronzeglocken:500 kg, 250 kg, 150kg

1949 wird der Ort und Kirche elektrifiziert.

1965/66 Renovierung des Kirchenparks und der Rosenkranzstationen.

1968 Pfarrhof - Innenrenovierung

1970 Pfarrhof-Außenrenovierung

1971 Vergolden des Hochaltars

1978 Im Sommer wird der Platz um die Kirche gepflastert, 218.000.-, 900 freiw. Arbeitsstunden

1989 Blitzschutzanlage wird erneuert, die Blechteile des Kirchendaches werden gestrichen.

1991 (14.1.) Glockengeläute wird elektrifiziert .

1991 (15.7.) Ausräumen der Kirchen für die Renovierung.

1991 (20.12.) Die Malerarbeiten in der Kirche sind abgeschlossen.( 4 - 10 Maler, meist Steirer)

1992 (12.4.) Einzug in die renovierte Kirche.

1992 (6.12.) Feierlicher Abschluss der Kirchenrenovierung mit Bischof-Vikar Prälat Nowak.

1993 (26.9.) 300 Jahre Pfarre Katzelsdorf. Weihbischof Dr. Schönborn, Regierender Fürst Hans Adam von und zu Liechtenstein

Gesamtkosten der Kirchenrenovierung: 3 .584.135,24

Rückansicht Front Panorama


Der Teich in Katzelsdorf


Die Teichwirtschaft in Eigenregie - Katzelsdorfer Teich: 1929
2,0030 ha Wiesen
1,6517 ha Hutweiden
11,3619 ha Teiche
0,0720 ha Bauarea
15,0886 ha Gesamtfläche
(Inventur und Schätzung Wilfersdorf - Rabensburg 1929. Seite 38).
Das Fischerhaus in Katzelsdorf
1929
Fischerhaus in Katzelsdorf, Gemeinde Katzelsdorf, Nr. 162, auf Parz. 427/2 per 720 m²
a) Fischerhaus: bestehend aus Zimmer, Küche, Kabinett , Kammer, Bauart und Eindeckung hart,
verbaute Fläche 210 m², Bauzustand gut.
b) Stallgebäude: Raum für 2 Stück Großvieh, Bauart und Eindeckung hart, verbaute Fläche 26 m²,
Bauzustand gut.
(Inventur und Schätzung Wilfersdorf-Rabensburg 1929. S. 94).
Katzelsdorf Haus Nr.162 - Ausgangsbeleg der Liecht. Buchhaltung v.7.Oktober 1947."Dem Anton Schuster für Maurerarbeit im o.a. Haus- 19 Stunden a 3,80 = 72,20.
(Archiv Heimatmuseum Wilfersdorf).
Der "Hamethof" in Katzelsdorf
1929 Liechtensteinbesitz in der Gemeinde Katzelsdorf:
229,3275 Ha Gesamtfläche - Unter Oekonomieverwaltung
(Inventur und Schätzung Wilfersdorf - Rabensburg 1929. Seite 29,30).
Hamethof- Oekonomie- Betrieb in Eigenregie - 191,9187 ha
(Inventur und Schätzung Wilfersdorf - Rabensburg 1929. Seite 3 7).
Beschreibung der Oekonomiegebäude : 1929
I. Pferdestall für 4 Pferde und Ochsenstall für 12 Stück
II. Wohngebäude: (Katzelsdorf K.Nr.167). - 190m2 verbaute Fläche
III. 2 Hühnerstallungen, 3 Holzschopfen, kleiner Keller, Waschküche mit Backofen etc.
IV. Schweinestallungen, Hühnerställe, Holzschopfen. - 38 m2 verbaute Fläche,
V. Arbeiterwohnhaus für 2 Parteien - u. Saisonarbeiter - B.P. 2862/2. - 408 m2.
Saisonarbeiterwohnung: 5 Kabinette, 1 Küche, 1 Kammer. 3 Magazine ...
VI. Silo für Futterkonservierung. - 32 m2 Baufläche,
VII. Jungviehstall.B.P. 2860/3.- 639 m2 verbaute Fläche,
VIII. Kontumazstall für ca. 50 Stück, B.P. 2865/5 - 300 m2 verbaute Fläche,
IX. Feldschopfen für Getreide und Heu, B.P. 2865/2.- 438 m2 verbaute Fläche
(Inventur und Schätzung Wilfersdorf - Rabensburg 1929. S. 70- 72).


Heumad - Hamet
Verschollener Ort bei Katzelsdorf
Heumad : (Heuernte, Wiese). Lage: Südteil des Burgfriedens von Katzelsdorf mit dem Hamethof Erstnennung : 1161. Hauptursache der Verödung : Überschwemmungen.
Zeit der Verödung : 1424 oder 1426. (Robert Franz Zelesnik: Heimatbuch des Verwaltungsbezirkes Mistelbach. Band II, Seite 72).
1391 Kaufvertrag über Feldsberg : .........
3. verschiedene Gülten und Einkünfte in den Dörfern Schrattenberg, Böhmischkrut, Potendorf, Aloch, Wetzelsdorf, Walterskirchen, Erdberg, Heumad u.a. (Bretholz Urbar 1414: Seite LX).
1401 29.August-Schiedsspruch : Darnach wurde eine bestimmte Entschädigung von Seiten der Herren von Liechtenstein an Elisabeth von Stubenberg für das Haus Zistersdorf, das öde Haus, den Stalhof u.s.w. festgesetzt; Johann von Stubenberg solle ferner für seinen Antheil an dem Teiche zu Hamad für das Urbar zu Zistersdorf und andere Giebigkeiten von dem Gericht daselbst von denen von Liechtenstein zu Alberndorf und Pullndorf entschädigt werden. (Falke I. S. 420).
1403 veräußerten die Brüder Wilhelm und Jörg die Enczestorffer (Enzersdorf im Thale) das vom Vater Heinrich ererbte Eigen, Lehen und Burgrecht, d. i. den Teil und die Rechte an dem Teich zu Hewmad und den Gründen, die er auf ihren Gütern zu Rotenlaym ausgetränkt und übergangen (überschwemmt) hat, gemäß Beschau und Marksteinen um 300 Pfund Wiener Pfennige an Hans, Heinrich und Hertneid v. Liechtenstein. (Heimat im Weinland - Jg. 1963-S. 164).
1411 Am 15.Dezember erfolgte in Wien durch Herzog Albrecht V. eine Belehnung von vier Liechtensteinischen Vettern, Heinrich, Hartneid, Johann und Ulrich, mit dem halben Haus zu Hagenberg, mit dem halben Haus zu Gnadendorf und verschiedenartigem Besitz in Drösing, Katzelsdorf (oder Ketzelsdorf), Altruppersdorf, Schrettenberg, Pottendorf bei Feldsberg, wie ausdrücklich angegeben wird, Heumad, Rabensburg, Geresdorf, Paltramsdorf, Dobermannsdorf, Mistelbach, Oberhüttendorf, Liechtenwarth und „Asparen bei Stadelaw” ... (Bretholz-Urbar 1414-Seite CII).
1570 kam das Gebiet des verödeten Heumad zu Katzelsdorf.
Der Ort hatte 3 Flurgebiete (Gewanne) nach der Dreifelderwirtschaft:
1.Ackerweingärten
2.Holzlissen
3.Ober-, Miter- und Niederlissen
(Festschrift der Pfarre Katzelsdorf 1693 - 1993)


CHOLERA

1832 - die Cholera auch (Asiatische Brechruhr) hat in nur 4 bis 6 Wochen mehr als 100 Personen eilends in nur wenigen Stunden aber unter grausigsten Schmerzen getötet und den Kirchhof (Friedhof) schleunigst vollgemacht, so das zur Aufnahme von 4 bis 12 Leichen täglich, ein zweiter Friedhof (der Cholera - Friedhof auf dem Teichberg) errichtet werden mußte. Es sind zwar von Ärzten und Viehärzten eine Menge gedruckter kleineren und auch größeren Schriften, mit Anleitungen zur Verwehrung gen Ansteckung, oder zur Heilung des eingezogenen Übels, in das Publikum gekommen, aber alles nur aufs GERATEWOHL. Beifall (und auch Erfolg) fand die Schrift mit dem Namen "Die indische Cholera, einzig und allein durch kaltes Wasser vertilgbar".

1836 - wütete die Cholera abermals in unserer Umgebung, Katzelsdorf wurde aber - dem lieben Gott sei tausendmal Dank gesagt - diesmal gänzlich geschont.

1849 - abermaliger heftiger (2.Ausbruch) der Cholera - Epidemie. Sie raffte in der Zeit vom 27.Juli bis 1.September 70 Personen hinweg, während die meisten Bewohner zur selben Zeit an derselben, wenn auch in minderem Grade erkrankten. Einige Fälle brachten den Tod in 6 Stunden mit sich.


KATASTROPHEN

UNWETTER am 6.August 1869

(Originalauszug aus der Pfarrchronik)

Nachmittags gegen Abend um 07 Uhr brach ein Hagelwetter mit Eisstücken von 2 bis 3 Zoll (bis 5 cm) Durchmesser- Wolkenbruch und einer seit Menschengedenken hier ungeahnten Überschwemmung - los.

Ziegeldächer wurden stark beschädigt, die Winterfrucht stand nach hierortigen Gebrauche - aus Furcht vor Feuersgefahr - noch größtenteils in Mandeln noch auf dem Felde.

Die Mandeln wurden zerstreut, die Garben verschlemmt vom Wasser weggeschwemmt, von den dichtfallenden Eisstücken ausgedroschen.

Sämtliche Sommerfrüchte, Wiesen, Weingärten auf Jahre zerschlagen, verschleimt, vernichtet.

Die Scheuer Nr.76 samt allen darin bereits eingeführten Früchten sowie mehrere andere Scheunen samt Früchten und Mauern vom Wasser weggetragen.

Das gute Erdreich wurde von den Feldern weggetragen. Große Not, besonders für das Vieh trat ein, jedes Haus musste das Vieh ganz oder zur hälfte verkaufen und dennoch war eine so große NOT besonders an Viehfutter wie sie bisher unbekannt war.

(Pfarrer Jodef Meixner , 27.Juni 1860 - 3.Sept. 1884 in Katzelsdorf)

FEUER 1864

Den 6.August um halb zwei Uhr fing die Scheune des Nachbarn des Pfarrhofes, des Martin Böhm, Bauer hier Nr.72 zu brennen an.

Einige sagten, es sei durch Tabakrauchen entstanden, ANDERE behaupteten, es sei durch brennendes Schmalz geschehen.

Der Wind zog beim Feuerausbruch gegen den Pfarrhof. Ein völliges Wunder war es, das die alte morsche, so dürre Holzschupfen im Pfarrhof nicht Feuer fing.

Je einer Weile drehte der Wind nach oben , und nun wurden

Alles zusammen 108 Gebäude ein Raub der Flammen samt allen Vorräte und den eben ganz eingeführten Früchten, dem Brote und der Nahrung für Menschen und Vieh für ein ganzes Jahr. Viele waren gar nicht Asekuriert (versichert).

Die Kirche stand mitten in einem FEUERMEERE, da sie von allen Seiten

mit Gebäuden, Presshäusern und ungemein großen - den Nachbarn gehörenden - Holzhaufen umgeben war.

FEUER 1869

Am 20.Aprl 1869 brach vormittags - 11 Uhr bei großer Dürre in der Scheune des Hauses Nr. 28, bei Abwesenheit der Leute, die sämtliche am Feld beschäftigt waren, aus unbekannter Ursache FEUER aus - und verzehrte 21 Häuser nämlich von Nr. 25 auf der einen und von Nr.52 auf der anderen Seite bis ans Ende des Dorfes, samt allen Scheunen und Wirtschaftsgebäuden.

FEUER 1875

Am 8. September brach in der Scheune des Hauses Nr. 13 Feuer aus. Alle Gebäude von Haus Nr. 12 bis zum Wirtshaus verbrannten.

FEUER 1909

Am 20. Juni um 0.30 Uhr brannte dei Scheuer des Hauses Nr. 9 (Hess Josef) ab.


Flurplan und Gewerbebetriebe

Flurplan von 1822 anklicken und vergrößern

Grün= Katzelsdorfer Burgfried (12,59 Km2)

Rot:im Jahre 1919 verloren an die Tschechei (2,68 km2)

4 2 3   1

 

(Die Äcker Paxvobis, Mitterried, Alteried, Reitäcker, QWald und Ausmaße gingen verloren).

Jagdschloss (Salet, Salettl)

 

Das Jagdschlössl (Salet, Salettl) und Försterhaus - Katzelsdorfský zámeček a hájovna - im Katzelsdorfer Wald zwischen Valtice [Feldsberg] und Katzelsdorf
(Beschreibung als PDF 29 Seiten) von Dieter Friedl
 

(Salet => Salettl, Jagdschlössl => Gschlessl, Kyclovka [„Beim Kycl”])

Jagdschloss mit Försterhaus im Katzelsdorfer-Wald zwischen Feldsberg und Katzelsdorf (Katzelsdorfer Haus Nr. 117). Letzte Aufnahme, vermutlich um 1955.
Unter Fürst Johann I. von Liechtenstein in den Jahren 1811 bis 1817 von Joseph Kornhäusel geplant und errichtet und 1819 von Franz Engel fertig gestellt.
1905 - 1907 erfolgte eine sorgfältige Generalrestaurierung und Sanierung des Gebäudes sowie der Bildhauer-Arbeiten.
1945-53 wurde es vom Förster Michal Kycl bewohnt, der bereits 1938-45 Liechtenstein'scher Förster in Landshut war und nach Kriegsende ins Salettl beim Katzelsdorfer-Wald versetzt wurde. Weil sich das Gebäude im tschechischen Grenzgebiet befand und der Grenzsicherung im Wege stand, wurde Michal Kycl 1953 wieder nach Landshut versetzt und das Gebäude 1955/56 dem Erdboden gleichgemacht. Offizieller Grund für den Abbruch: der desolate Gebäudezustand, was aber laut aktuellen Aussagen von Michal Kycls Sohn nicht stimmt.
Am 17. Juli 2007 konnte Ökonomierat Matthias Hirtl (Katzelsdorf Nr. 69) aufgrund von Überresten (Fundament, Kellergewölbe, Brunnen, usw.) den genauen Standort feststellen.
Wie auf der (tschechisch-sprachigen) Internetseite des Feldsberger Museums zu lesen, wäre man sehr erfreut, wenn sich ein großzügiger Mäzen fände, der dieses Jagdschlössl nach Originalplänen wieder errichtet.

siehe auch
...
Das Jagdschlössl (Salet, Salettl) und Försterhaus im Katzelsdorfer Wald (Berichte, Karten und Bilder) /
                                                                                                      Katzelsdorfský zámeček a hájovna , Dieter Friedl 2010

 

GEWERBEBETRIEBE 1955/57

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